22 Erfassen von Ausbrüchen
Unter einem Ausbruch versteht man das Auftreten von mindestens zwei Krankheitsfällen oder Infektionen mit einem bestimmten Erreger, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist.
Die Erfassung der Daten eines Ausbruchs erfordert sowohl die Erfassung der Fälle eines Ausbruchs mit allen Merkmalen der Fälle (fallbezogene Daten), als auch die Erfassung weiterer Merkmale, die nur als summarische Information für den Ausbruch insgesamt erhoben werden (ausbruchsbezogene Daten).
22.1 Aufbau des Ausbruchs-Datenblattes
Das Datenblatt zur Ausbruchserfassung gliedert sich in folgende Abschnitte (Fenster):
| Seitenpanel (links) | Bearbeitungsbereich |
|---|---|
Die
Ausbruchsübersicht gibt einen Überblick über die Anzahl der direkt oder indirekt
(d.h. über Unterausbrüche) enthaltenen Fälle sowie ggf. über die Verbindung zu einem über-geordneten Ausbruch.
INFO Ausbrüche und die darin enthaltenen Fälle werden standardmäßig übermittelt. Dies ist im Register Allgemein, Gruppe Transport der Multifunktionsleiste durch die aktivierte Schaltfläche
Erzwingen kenntlich gemacht. Bei Bedarf kann der Transport eines Ausbruchs und seiner Fälle durch Abwahl der Schaltfläche deaktiviert werden.
22.2 Merkmale von Ausbrüchen
22.2.1 Aktenzeichen und Namen
Jeder neu angelegte Ausbruchs-Datensatz erfordert im Abschnitt
Zuordnung des Ausbruchs-Datenblattes die Angabe eines Aktenzeichens (Aktenzeichen), das entweder manuell vergeben oder vom System generiert werden kann. Das Standard-Format für automatisch generierte Aktenzeichen lautet:
[Type][Year]-[AutoIncrementPerYearAndType]
z.B. Outbreak2015-0005
Durch den Zähler [AutoIncrementPerYearAndType] werden Ausbrüche jährlich fortlaufend nummeriert. An Stelle des Datensatztyps [Type] kann auch die Ausbruchskategorie, also:
[OutbreakCategory]-Ausbruch-[Year]-[AutoIncrementPerYearAndType]
z.B. SAL-Ausbruch-2015-0005
verwendet werden. Dabei muss das Aktenzeichen jedoch nach Einfügen der Fälle
neu generiert/ aktualisiert werden, da erst dann die Ausbruchskategorie feststeht. Ein automatisch vergebenes Aktenzeichen kann auch manuell bearbeitet, z.B. durch den 3-Steller der Ausbruchskategorie ergänzt werden.
Neben dem Aktenzeichen stehen für einen Ausbruch noch vier weitere Möglichkeiten der Benennung zur Verfügung:
Interner Name
Name im Gesundheitsamt
Name in der Landesstelle
Name im RKI
Der interne Name darf Rückschlüsse auf das Umfeld des Ausbruchs zulassen. Da er nicht übermittelt wird, kann er z.B. den Namen der Einrichtung, oder der betroffenen Familie enthalten. Sofern er vergeben wird, erscheint der interne Name an Stelle des Aktenzeichen in der
Ausbruchsübersicht, im Register des Ausbruchs-Datenblattes und in der Liste der zuletzt geschlossenen Datensätze.
Der Name im Gesundheitsamt sollte bei überregionalen Ausbruchsgeschehen vergeben werden, damit Ausbruchsgeschehen, die über den Zuständigkeitsbereich eines Gesundheitsamt hinausgehen (und dementsprechend auch als ‚überregional’ gekennzeichnet sein sollten), in der Landesstelle leichter zusammengeführt werden können. Dazu sollte das Gesundheitsamt, in dessen Zuständigkeitsbereich der Ausbruch seinen Ursprung nahm, den Gesundheitsämter, die ebenfalls betroffen sind, den von ihm verwendeten Namen im Gesundheitsamt mitteilen, damit diese die identische Bezeichnung verwenden.
Falls der Ausbruch über die Grenzen eines Bundeslandes hinausgeht, kann die Landesstelle einen eigenen Namen in der Landesstelle vergeben, den sie dann den ebenfalls betroffenen Landesstelle mitteilt. Damit können die auf Ebene der Landesstellen angelegten Ausbrüche am RKI leichter als zusammengehörig erkannt werden.
Wird ein Ausbruch erst auf Ebene des RKI festgestellt, kann dort ein Name im RKI vergeben werden. Dieser wird jedoch nicht an die Landesstelle und Gesundheitsämter übermittelt und dient nur zur internen Kennzeichnung.
INFO Verwenden Sie bei manueller Vergabe des Aktenzeichen sowie bei Vergabe eines Namens im Gesundheitsamt keine datenschutzrelevanten Informationen (z.B. Namen von Patienten, Einrichtungen oder Straßen), da beide Angaben übermittelt werden.
22.2.2 Kategorie
Die Kategorie eines Ausbruchs wird automatisiert aus der Übermittlungskategorie der darin enthaltenen Fälle ermittelt und in der
Ausbruchsübersicht angezeigt. Meist stimmen also die Fall-Übermittlungskategorie und die Ausbruchs-Kategorie überein (z.B. enthält ein Salmonella-Ausbruch nur Salmonella-Fälle; ein „EHEC/HUS”-Ausbruch” kann sowohl EHEC-Fälle, als auch HUS-Fälle enthalten).
Treten in einem Ausbruchs-Geschehen Fälle unterschiedlicher Übermittlungskategorien auf, so sollten diese in jeweils eigenen Ausbrüchen erfasst werden. Durch Anlegen eines übergeordneten Ausbruchs können die Fälle verschiedener Übermittlungskategorien anschließend indirekt zusammengefasst werden. Die untergeordneten Ausbrüche stehen damit für separate Auswertungen zur Verfügung.
Da ‚gemischte’ Ausbrüche mit direkt enthaltenen Fällen verschiedener Übermittlungskategorien zu vermeiden sind, folgt auch, dass ein Fall, dessen Übermittlungskategorie sich erst nach der Zuordnung zu einem Ausbruch (z.B. durch Labornachweis) ändert, aus dem Ausbruch entfernt werden sollte, es sei denn die vorliegende epidemiologische Evidenz spricht für eine gemeinsame Übertragung verschiedener Erreger (z.B. durch fäkal kontaminiertes Trinkwasser).
Werden Fälle verschiedener Übermittlungskategorien dennoch direkt oder durch Anlegen eines übergeordneten Ausbruchs zu einem Ausbruch zusammengefasst, so erhält dieser die Kategorie Allgemeiner Ausbruch. Werden Fälle verschiedener Gastoenteritis-Erreger zusammengefasst, so erhält dieser Ausbruch die Kategorie ‚Gastroenteritis-Ausbruch’.
Ändert sich durch einen Labornachweis nach Anlegen des Ausbruchs die Ausbruchskategorie, kann die Neuberechnung derselben über die Schaltfläche Ausbruchskategorie neu berechnen in der Ausbruchsübersicht manuell angestoßen werden
22.2.3 Meldedaten- und Erkrankungszeitraum
Die Dauer eines Ausbruchs-Geschehens definiert sich über den zuerst und den zuletzt aufgetretenen, darin enthaltenen Fall. An Hand der vorhandenen Angaben zum Melde- und Erkrankungsdatum aller in einem Ausbruch vorhandenen Fälle werden
der Meldedatenzeitraum (erste Fallmeldung - letzte Fallmeldung im Ausbruch) und
der Erkrankungszeitraum (frühester - spätester Erkrankungsbeginn der zugeordneten Fälle)
für den Ausbruch ermittelt und in der
Ausbruchsübersicht dargestellt.
Neben dem Meldezeitraum und dem Erkrankungszeitraum wird von SurvNet@RKI der Bezugstag des Ausbruchs automatisch berechnet und für Auswertungszwecke bereitgehalten. Der Beginn (Bezugstag) eines Ausbruchs wird über den am frühesten aufgetretenen Fall festgelegt. Dabei werden nur Fälle betrachtet, die der Referenzdefinition gemäß Falldefinitionen genügen. Liegt kein Fall vor, der die Referenzdefinition erfüllt, so werden alle Fälle eines Ausbruchs betrachtet. Der Bezugstag eines Falles (Datum des Auftretens des Falles) ist gegeben durch eines der folgenden, in dieser Reihenfolge zu verwendenden, Merkmale:
das Erkrankungsdatum des Falles (nur bei einer taggenauen Angabe)
das früheste Diagnosedatum des Falles
das Meldedatum des Falles (dieses liegt bei jedem Fall vor)
Der Beginn des Ausbruchs bestimmt die Zuordnung des Ausbruchs zu einem bestimmten Jahr. Infolge dieser Festlegungen kann es vorkommen, dass ein Ausbruch einem Jahr zugerechnet wird, in dem nur ein Bruchteil (die ersten) seiner Fälle erkrankt sind, während die Mehrzahl der darin enthaltenen Fälle für das Folgejahr registriert wurden.
INFO Nach Bearbeitung, Hinzufügen, oder Entfernen von Fällen kann sich der Bezugstag des Ausbruchs ändern.
22.2.4 Anzahl der Fälle
In der
Ausbruchsübersicht wird die Gesamtzahl der im Ausbruch enthaltenen Fälle angezeigt. Die Zahl der darunter als hospitalisiert bzw. verstorben übermittelten Fälle wird separat ausgewiesen. Zusätzlich wird angegeben, wie viele der Fälle als klinisch, labordiagnostisch und/oder epidemiologisch bestätigte Fälle gelten. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Bestätigung unter Berücksichtigung der jeweiligen Falldefinitionen berechnet oder ob sie manuell vergeben wurde.
Werden nach Öffnen des Ausbruchs-Datenblattes Veränderungen an enthaltenen Fällen oder Ausbrüchen vorgenommen, werden diese nicht automatisch in der
Ausbruchsübersicht berücksichtigt. Um die Anzeige zu aktualisieren, betätigen Sie die Schaltfläche
Aktualisierung oder speichern Sie den Ausbruch.
INFO Jeder Fall, der in einen Ausbruch aufgenommen wird, erfährt durch die Verknüpfung zwischen Fall und Ausbruch seine (berechnete) epidemiologische Bestätigung. Ausnahmen bilden hier Erkrankungen, für die laut Falldefinition eine epidemiologische Bestätigung entfällt. Der Name/das Aktenzeichen des Ausbruchs wird automatisch in die epidemiologischen Informationen im Fall-Datenblatt übernommen.
22.2.5 Übergeordneter Ausbruch
Bei komplexeren Ausbruchsgeschehen, bei denen zunächst kleinere Ausbrüche erkannt und angelegt wurden, kann es erforderlich werden, mehrere Ausbrüche in einem übergeordneten Ausbruch zusammenzufassen. In einen Ausbruch, der in einem übergeordneten Ausbruch enthalten ist, wird der Name des übergeordneten Ausbruchs oder, sofern dieser nicht vergeben wurde, dessen Aktenzeichen am Ende der
Ausbruchsübersicht angezeigt. In der
Ausbruchsübersicht des übergeordneten Ausbruchs werden alle direkt und indirekt (über zugefügte Ausbrüche) enthaltenen Fälle gezählt.
22.2.6 Direkt enthaltene Fälle
In diesem Abschnitt des Ausbruchs-Datenblattes werden Details zu den im Ausbruch direkt enthaltenen Fällen in Form einer Liste dargestellt. Hier können Fälle zugefügt, bearbeitet und entfernt werden (siehe nachfolgende Beschreibung). Fälle, die die Referenzdefinition erfüllen, werden in der Liste durch ein grün hinterlegtes Auswahlfeld hervorgehoben.
INFO Diese Liste ermöglicht, durch eine geschickte Abfolge von Anlegen/Kopieren und anschließendem Bearbeiten von Fällen, eine effiziente Massenbearbeitung größerer Ausbruchsgeschehen mit den zugehörigen Fällen. Sie ersetzt die zwischenzeitig für einzelne Übermittlungskategorien praktizierte aggregierte Meldung.
TIPP Die Liste kann über die Schaltfläche (Vergrößern) in der rechten oberen Ecke des Abschnittes auf die volle Fensterbreite vergrößert werden. Die Auswahl der angezeigten Spalten lässt sich über das Kontextmenü einstellen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste.

22.2.7 Direkt enthaltene Ausbrüche
Sofern mehrere Ausbrüche zu einem übergeordneten Ausbruch zusammengefasst sind, werden in diesem Abschnitt die Unterausbrüche in Form einer Liste dargestellt. Von hier aus lassen sich Unterausbrüche aufnehmen, entfernen und öffnen.
22.2.8 Ausbruchshierarchie
An Stelle der tabellarischen Übersicht kann das Ausbruchsgefüge mit allen enthaltenen Fällen und Ausbrüchen auch hierarchisch dargestellt werden.
22.2.9 Nosokomialer Ausbruch
Handelt es sich bei dem Ausbruch um ein gehäuftes Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist, oder vermutet wird, ist im Feld nosokomialer Ausbruch (z.B. §6 Abs. 3 IfSG) im Abschnitt
Informationen zum Ausbruch ein Häkchen zu setzen. Im Anschluss daran kann angegeben werden, mit welcher Gewissheit in Bezug auf Infektionsweg, ¬ quelle, ¬ vehikel oder medizinische Prozedur ein nosokomialer Zusammen-hang der Infektionen belegt ist.
22.2.10 Regionale Eingrenzung
Das Feld Ausbruch ist überregional sollte markiert werden, wenn dem Gesundheitsamt bekannt ist, dass in Zusammenhang stehende Fälle auch in anderen Gesundheitsämter aufgetreten sind. Den betreffenden Gesundheitsämter sollte dann auch der Name im Gesundheitsamt mitgeteilt werden, damit dieser in den Ausbrüchen der betroffenen Gesundheitsämter ebenfalls verwendet wird. Die Information erleichtert den übergeordneten Stellen das Erkennen, Zusammenfassen und Beurteilen größerer Ausbruchsgeschehen.
22.2.11 Infektionsumfeld
Als Infektionsumfeld des Ausbruchs wird der Ort bezeichnet, an dem sich die Mehrzahl der Fälle die Infektion zugezogen haben.
Von Bedeutung ist hier primär nicht der geografische Ort bzw. eine Adresse, sondern, ob sich die Fälle in der Mehrzahl in einer Einrichtung oder Institution, wie z.B. einem Restaurant/einer Kantine, in einem Kindergarten, oder bei einem Zoobesuch infiziert haben.
INFO Für die Auswahl des Infektionsumfeldes ist eine strukturierte Auswahlliste hinterlegt. Allgemeine Angaben (wie z.B. „Wohnstätten”) hinter denen sich differenziertere Begriffe (Bsp. „Altersheim”) verbergen, lassen sich durch Klick auf ein davor liegendes offenes Dreieck weiter differenzieren.
22.2.12 Typ des Ausbruchs
Alle Ausbrüche werden nach dem typischen Infektionsweg einer der folgenden Ausbruchstypen zugeordnet:
lebensmittelbedingte Ausbrüche,
durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung bedingte Ausbrüche oder
Tier- bzw. Umwelt-assoziierte Ausbrüche.
22.2.13 Übertragungsweg
Für durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung verursachte Ausbrüche kann zwischen verschiedenen direkten und indirekten Übertragungswegen (z.B. respiratorisch oder parenteral) unterschieden werden.
Bei Tier- bzw. Umwelt-assoziierten Ausbrüchen kann das verursachende Tier/Vehikel angegeben werden.
Für lebensmittelbedingte Ausbrüche sollte das (vermutlich) verursachende Lebensmittel erfasst werden.
INFO Angaben zum Übertragungsweg bieten wesentliche Informationen zur Erkennung von Gemeinsamkeiten in Ausbrüchen, die über den Zuständigkeitsbereich eines einzelnen Gesundheitsamtes hinausgehen. Spezifizierungen zum Übertragungsweg sollten daher auch möglichst so genau wie bekannt angegeben werden. Die Daten zu lebensmittelbedingten Ausbrüchen werden gemäß der EU-Richtlinie 2003/99/EG („Zoonosen-Richtlinie”) einmal jährlich vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Zusammenarbeit mit dem RKI an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übermittelt.
INFO Für die nähere Spezifizierung des Übertragungsweges von Mensch-zu-Mensch bzw. für die Angabe des Tieres ist jeweils eine strukturierte Auswahlliste hinterlegt. Allgemeine Angaben (wie z.B. „Wildtiere”) hinter denen sich differenziertere Begriffe (Bsp. „Fledermaus”) verbergen, lassen sich durch Klick auf ein davor liegendes offenes Dreieck weiter differenzieren.
Zur Beschreibung des verdächtigten Lebensmittels stehen ein Freitextfeld und eine Auswahlliste mit Lebensmittelkategorien zur Verfügung. Bitte verwenden Sie das Freitextfeld, um das verdächtigte Lebensmittel genauer zu benennen. Anschließend soll das verdächtigte Lebensmittel anhand der nachfolgenden Liste kategorisiert werden. Beispielsweise könnte für Mettbrötchen die Kategorie „Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse" ausgewählt werden, wenn das verwendete Schweinehackfleisch als Lebensmittelvehikel im Verdacht steht. Wenn eine bestimmte Mahlzeit oder ein Buffet im Verdacht steht, ein einzelnes Lebensmittel aber nicht eingegrenzt werden kann, wählen Sie stattdessen „gemischte Lebensmittel” oder „Buffetmahlzeiten”.
22.2.14 Evidenz
Es gibt qualitativ verschiedene Arten von Anhaltspunkten und Indizien, die sog. Evidenz, die auf die Ursache eines Ausbruchs hinweisen. Zur Bewertung der Ausbruchsangaben soll daher zusätzlich die zu Grunde liegende Evidenz erfasst werden. Vereinfachend ausgedrückt soll mit der Evidenz angegeben werden, aufgrund welcher Sachverhalte man in der abschließenden Bewertung des Infektionsgeschehens zu dem Schluss gelangt ist, wie der Ausbruch verursacht wurde. Unabhängig von der Art der Evidenz werden alle Ausbrüche von den Gesundheitsämtern erfasst und übermittelt.
Es wird zwischen epidemiologischer Evidenz und labordiagnostischer Evidenz unterschieden. Die epidemiologische Evidenz unterscheidet zwischen:
Studie (Analytische epidemiologische Studie)
Explorative Befragung der Betroffenen
Deskriptive Auswertung der ermittelten Daten (Interpretation der vorhandenen Daten der Fälle)
Vermutung
Diese Arten der epidemiologischen Evidenz sind nach (durchschnittlich) absteigendem Grad der Gewissheit („Stärke der Evidenz”) aufgeführt. Jede der 4 Abstufungen lässt sich allein oder in Kombination auswählen und durch weitere Angaben näher spezifizieren. Für die Bewertung der epidemiologischen Evidenz eines Ausbruchs ist die jeweils höchstrangige Evidenzstufe (s.o.) maßgeblich. Bitte beschreiben Sie diese detailliert. Die Eingabe nachrangiger Evidenzstufen ist optional, kann aber für die Bewertung der epidemiologischen Evidenz informativ sein.
Auch die labordiagnostische Evidenz wird für lebensmittelbedingte Ausbrüche und Tier/ Umwelt-assoziierte Ausbrüche in Stufen (durchschnittlich) abnehmender Stärke der Evidenz abgefragt. Für durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung verursachte Ausbrüche sind die angebotenen labordiagnostischen Evidenzen gleichrangig.
INFO Die Angaben zur epidemiologischen und labordiagnostischen Evidenz für den Ausbruch ersetzen auf keinen Fall die Angaben für den Einzelfall, bestehend aus dem klinischen Bild, dem Labornachweis und dem epidemiologischen Zusammenhang. Ob für den Einzelfall die jeweilige Falldefinition erfüllt ist (z.B. als klinisch-labordiagnostisch bestätigter Fall) oder nicht, bestimmen alleine die vorliegenden fallspezifischen Daten.
22.2.15 Einrichtung
Am Ende des Abschnitts
Informationen zum Ausbruch kann ggf. die Adresse der Einrichtung, in der das Ausbruchsgeschehen stattgefunden hat, hinterlegt werden. Da die Adresse nicht übermittelt wird, sollte darauf geachtet werden, dass im Feld Infektionsumfeld (s.o.) eine zutreffende Beschreibung der Art der Einrichtung gewählt wurde.
22.2.16 Maßnahmen
Maßnahmen zur Kontrolle und Eindämmung des Ausbruchsgeschehens können in der gleichnamigen Feldgruppe mit Datum des Beginns erster Maßnahmen und der Art der Maßnahmen dokumentiert und übermittelt werden.
22.2.17 Zusätzliche Eigenschaften
SurvNet@RKI bietet die Möglichkeit zur strukturierten Eingabe besonderer, wiederkehrender Sachverhalte, zu deren Beschreibung die im Ausbruchs-Datenblatt vorhandenen Felder nicht ausreichen, neue Felder bzw. Feldgruppen hinzuzufügen.
INFO Zusätzliche Eigenschaften sind nicht dazu gedacht, Besonderheiten eines einzelnen Ausbruchs abzubilden. Verwenden Sie für derartige Mitteilungen das Kommentarfeld.
22.3 Anlegen eines Ausbruchs-Datensatzes
a) Sie möchten einen neuen Ausbruchsdatensatz erzeugen, dem nachfolgend Fälle hinzugefügt werden sollen.
- Öffnen Sie über den SurvNet-Button
das Startmenü und wählen Sie >
Neu >
Ausbruch aus
alternativ:
Wählen Sie in der Schnellzugriffsleiste die Schaltfläche Neuer Datensatz
oder: Tastenkombination Strg+N**.
Es erscheint das Fenster Neuer Datensatz
- Wählen Sie unter Beschreibung: Ausbruch und entscheiden Sie, ob das Aktenzeichen automatisch generiert werden soll. Falls Sie ein Aktenzeichen manuell vergeben wollen, entfernen Sie das Häkchen unter Generieren und tragen Sie das Aktenzeichen jetzt ein; bestätigen Sie anschließend Ihre Auswahl mit OK.
Es erscheint ein Datenblatt für die Eingabe eines neuen Ausbruchs.
Im Reiter des Ausbruchs-Datenblattes wird das Aktenzeichen des Ausbruchs, sofern auto-matisch generiert, angezeigt. Ist ein interner Name vergeben, ersetzt dieser die Anzeige.
Tragen Sie die ausbruchsbezogenen Daten (Interner Name; Infektionsumfeld; Art des Ausbruchs; Evidenz) ein.
Speichern Sie den neuen Ausbruch.
b) Sie haben einen Fall geöffnet und wollen einen neuen Ausbruchsdatensatz vom Fall ausgehend erzeugen. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
Öffnen Sie den Fall.
Wählen Sie im Fall-Datenblatt unter Epidemiologische Informationen neben dem Feld: ‚Zugehörigkeit zum Ausbruch’ >
Neu
Es erscheint das Datenblatt des neuen Ausbruchs.
Tragen Sie die ausbruchsbezogenen Daten (Aktenzeichen; Name; Infektionsumfeld; Art des Ausbruchs; Evidenz) ein.
Speichern Sie den Ausbruch.In der Liste der direkt enthaltenen Fälle wird der Fall, von dem ausgehend der der Ausbruch angelegt wurde, angezeigt. Durch Doppelklick auf den Fall in der Liste öffnet sich das Fall-Datenblatt.
Im Fall-Datenblatt wird im Feld: ‚Zugehörigkeit zum Ausbruch’ das Aktenzeichen des Ausbruchs angezeigt. Durch Klick auf die Verknüpfung gelangt man in den verknüpften Ausbruch.
22.4 Öffnen eines Ausbruchs
Sie möchten einen bereits vorhandenen Ausbruchs-Datensatz öffnen, um ihn weiter zu bearbeiten.
Wählen Sie im Startmenü oder in der Schnellzugriffsleiste die Schaltfläche
Öffnen Datensatz oder gehen Sie in das Register Öffnen in der
Übersicht.
alternativ: Tastenkombination Strg+O**Wählen Sie als Kategorie: Ausbruch.
Geben Sie einen passenden Suchtext ein; beachten Sie dabei in den erweiterten Suchoptionen (Suchen nach) die Angabe der Felder, die bei der Suche berücksichtigt werden.
Markieren Sie den Ausbruch im Suchergebnis und öffnen Sie ihn durch Doppelklick oder < ok >.
Das Datenblatt des gesuchten Ausbruchs wird angezeigt.
TIPP Durch Doppelklick auf die Überschrift (Suchen: Datensatz) lässt sich das Suchfenster auf Vollbild-Ansicht vergrößern.
22.5 Fälle zu einem Ausbruch zusammenfassen
Dieser Abschnitt beschreibt, wie bereits angelegte Ausbrüche mit Fällen verknüpft werden. So können einem Ausbruch einzelne oder mehrere neu anzulegende, oder bereits vorhandene Fälle zugefügt werden.
Die Bearbeitung großer Ausbrüche mit einer Vielzahl an Fällen wird durch die sogenannte Sammelerfassung ermöglicht. Es handelt sich dabei um ein erleichtertes Anlegen und Bearbeiten von Fällen aus dem Ausbruchs-Datenblatt heraus, bei dem die Details der klinischen, labordiagnostischen und epidemiologischen Informationen nicht in jedem einzelnen Fall-Datenblatt eingetragen werden müssen. Stattdessen können die erforderlichen fallbezogenen Angaben in der Bearbeitungszeile der Fall-Liste getätigt werden.
22.5.1 Einen vorhandenen Fall zu einem Ausbruch zufügen
Sie haben einen Ausbruch angelegt und geöffnet.
Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch (Gruppe: Einfügen) >

Fall suchen…
alternativ:
im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes >
Fall suchen…
Es erscheint der Dialog Suchen: Fall
Um einen Fall einer bestimmten Übermittlungskategorie zu suchen, schränken Sie die Fallsuche nach Kategorie ein.
Geben Sie einen passenden Suchtext ein; beachten Sie, dass der Text nur in den Feldern gesucht wird, die in den Suchoptionen (Suchen nach) ausgewählt sind.
Wenn Sie das Feld ‚Patientenname’ angehakt ist, können Sie den Fall nach Namen des Patienten suchen.Wählen Sie im Suchergebnis einen oder mehrere Fälle aus.
Der/die ausgewählten Fälle wird/werden im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes in Form einer Liste angezeigt.
Speichern Sie den mit dem Fall verknüpften Ausbruch.
Damit werden auch die verknüpften Fälle gespeichert.
In Abhängigkeit von den fallspezifischen Angaben und der Anzahl der verknüpften Fälle ändert sich nun auch die
Ausbruchsübersicht. Für die ausgewählten Fälle wird das Aktenzeichen bzw., sofern vorhanden, der Name des Ausbruchs im Abschnitt Epidemiologische Informationen des Fall-Datenblattes angezeigt.
TIPP Zur Auswahl mehrerer Fälle im Suchergebnis können Sie diese durch Häkchen in der Auswahlspalte am linken Rand des Suchergebnisses markieren. Alle Fälle wählen Sie aus, indem Sie in die linke obere Ecke (graues Dreieck) klicken. Um die Gesamtauswahl wieder aufzuheben, klicken Sie in irgendein Feld eines beliebigen Datensatzes.
22.5.2 Einen neuen Fall zu einem Ausbruch erzeugen
Sie haben einen Ausbruch angelegt und geöffnet.
- Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch (Gruppe: Einfügen) >
Fall Neu
alternativ: im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes >
Fall Neu.
Es öffnet sich das Fenster zur Auswahl der Übermittlungskategorie.
- Wählen Sie die passende Übermittlungskategorie für den anzulegenden Fall aus.
Der neue Fall wird im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes angezeigt.
Speichern Sie den mit dem Fall verknüpften Ausbruch.
Damit wird auch der verknüpfte Fall gespeichert und die
Ausbruchsübersicht wird aktualisiert.
Um den zugehörigen Fall-Datensatz zu öffnen und die fallspezifischen Angaben dort zu ergänzen oder zu überarbeiten,
markieren Sie den Fall in der Liste.
Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch, Gruppe Fall >
Anzeigen
alternativ:
im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes >
Ausgewählte Fälle anzeigen.oder:
Doppelklicken Sie auf den Falleintrag in der Liste der direkt enthaltenen Fälle.
Der Fall wird geöffnet.
Im Datenblatt-Reiter erscheint als Beschriftung das Aktenzeichen des neuen Falles.
Im Fall-Datenblatt ist im Abschnitt Epidemiologische Informationen die Verknüpfung zum Ausbruch eingetragen.
Sie haben die Möglichkeit die fallspezifischen Informationen direkt (ohne Öffnen des Fall-Datenblattes) zu ergänzen bzw. zu bearbeiten. Gehen sie dazu wie folgt vor:
Markieren Sie im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes in der Liste der direkt enthaltenen Fälle den zu bearbeitenden Fall.
Speichern Sie den Ausbruch und mit ihm die darin enthaltenen Fälle.
22.5.3 Fälle aus einer Abfrage heraus zusammenfassen
In der Regel wird ein Ausbruch erst erkannt, nachdem mehrere Fälle einer Erkrankung gemeldet wurden und anschließende Recherchen Hinweise liefern, dass diese Fälle in einem gemeinsamen epidemiologischen Zusammenhang stehen.
Zu einem Ausbruch passende Fälle müssen dann nicht einzeln ‚zusammengesucht’ werden, sondern können über eine Abfrage ermittelt und in einer Ergebnisliste zusammengefasst und gesichtet werden. So lassen sich beispielsweise alle Fälle einer Übermittlungskategorie mit dem Nachweis eines bestimmten Erregers darstellen, die in einem begrenzten Zeitraum erkrankt sind und den Verzehr eines bestimmten Lebensmittels angegeben haben. Eine allgemeine Beschreibung der Vorgehensweise finden Sie unter (Bearbeitung im Listen-Modus). Ein konkretes Beispiel für eine Abfrage, in der Fälle nach epidemiologischen Gesichtspunkten zusammengefasst werden, ist in beschrieben.
Die im Abfrageergebnis zusammengestellten Fälle können über den Befehl
Zu neuem Ausbruch bzw.
Zu Ausbruch im Register Abfrage, Gruppe Zugehörigkeit der Multifunktions-leiste in einen neuen bzw. bereits angelegten Ausbruch aufgenommen werden.
Haben Sie einen Fall geöffnet, können Sie ohne Kenntnis bzgl. des Erstellen von Abfragen auf Knopfdruck eine Abfrage generieren, mit der Fälle der identischen Übermittlungskategorie und einem Meldedatum +/- 10Tage um das Meldedatum des Referenzfalles per Abfrage gesucht werden. Dazu:
Betätigen Sie bei geöffnetem Referenzfall die Schaltfläche
Ähnliche Fälle suchen im Register Fall, Gruppe Bearbeitung der Multifunktionsleiste
Starten Sie die AbfrageGehen Sie wie oben beschrieben vor um die Fälle einem Ausbruch hinzuzufügen.
22.6 Sammelerfassung von Fällen in Ausbrüchen
22.6.1 Mehrere neue Fälle zu einem Ausbruch zufügen/bearbeiten
Möchten Sie mehrere Fälle einer Übermittlungskategorie neu erzeugen und einem geöffneten Ausbruch hinzufügen, geben Sie auf dem Ausbruchs-Datenblatt im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle die gewünschte Anzahl neuer Fälle an und wählen Sie >
Neue Fälle. Vergessen Sie dabei nicht die Ergänzung der fallspezifischen Angaben für jeden der angelegten Fälle (entweder im jeweiligen Fall-Datenblatt, oder direkt in der Liste der direkt enthaltenen Fälle) und das anschließende Speichern.
Gleichlautende fallspezifische Angaben für mehrere Fälle (z.B. Erkrankungsdatum) lassen sich gemeinsam bearbeiten.
Markieren Sie dazu den/die zu bearbeitenden Fall/Fälle in der Liste. Um mehrere Fälle zu markieren, halten Sie ⇧- oder Strg-Taste gedrückt während Sie die jeweiligen Zeilen auswählen.
Nehmen Sie den entsprechenden Eintrag in der Bearbeitungszeile über der Spaltenüberschrift vor. Die Eintragung wird auf alle in der Liste markierten Fälle übertragen.
Speichern Sie Ihre Änderungen anschließend.
TIPP 1 : Die in der Liste der direkt enthaltenen Fälle dargestellten Spalten können nach Rechtsklick auf die Überschriftenzeile zur Anzeige aus- oder abgewählt werden. Durch Klick auf die Überschriftenzeile wird die Liste nach dem Inhalt der betreffenden Spalte auf- und absteigend sortiert. Damit können beispielsweise zuletzt angelegte Fälle an den Anfang der Liste gestellt werden.
TIPP 2 : Der Abschnitt Direkt enthaltene Fälle lässt sich über die Schaltfläche
maximieren.
22.6.2 Fälle duplizieren
Möchten Sie einen Ausbruch gleich um mehrere Fälle einer Meldekategorie ergänzen, die zudem in fallspezifischen Angaben wie z.B. Erkrankungsdatum und/oder Meldedatum und/oder Betreuung in einer Einrichtung übereinstimmen, so empfiehlt sich zur Arbeitserleichterung die Option
Fall duplizieren zu verwenden. Gehen Sie hierzu wie folgt vor:
Sie haben einen Ausbruch angelegt bzw. geöffnet
Markieren Sie den Fall, den Sie kopieren wollen in der Liste der direkt enthaltenen Fälle
oder:Fügen Sie dem Ausbruch einen neuen Fall zu und ergänzen Sie alle fallspezifischen Daten, die auch die nachfolgend als Kopien angelegten Fälle aufweisen sollen.
Wählen Sie anschließend in der Multifunktionsleiste wahlweise im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle des Ausbruchs-Datenblattes >
Duplizieren (Im Abschnitt Direkt enthaltene Fälle haben Sie zudem die Möglichkeit die Anzahl der Kopien festzulegen).
INFO Die als Kopien neu angelegten Fälle stimmen in den meisten Eintragungen mit den Angaben des Ursprungsfalles wie z.B. zu Hospitalisierung, Betreuung, Symptome, Labornachweis, Expositionsort etc. überein. Allerdings muss der duplizierte Fall mit einem Patienten neu verknüpft und mit neuen Meldungseinträgen versehen werden. System-generierte Daten wie Aktenzeichen GUID und InterneRef werden neu vergeben.
Speichern Sie den Ausbruch und mit ihm die darin enthaltenen Fälle.Überarbeiten Sie nun die von der Vorlage abweichenden Angaben in den kopierten Fällen indem Sie
entweder das jeweilige Fall-Datenblatt öffnen und bearbeiten,
oder die Einträge in der Liste der direkt enthaltenen Fälle bearbeiten (siehe Hinweise unter‚ einen neuen Fall zufügen/mehrere neue Fälle zufügen’).
Speichern Sie alle geänderten Fälle, indem Sie den Ausbruch speichern.
22.6.3 Übermittlungskategorie der enthaltenen Fälle ändern
Ein Gastroenteritis-Ausbruch ohne Erregernachweis wird zunächst mit der entsprechenden Anzahl an Gastroenteritis-(WBG-)Fällen angelegt. Gehen anschließend für einen oder mehrere Fälle Labornachweise ein und deutet nichts darauf hin, dass mehrere Erreger beteiligt sein könnten, kann für alle Fälle des Ausbruchs gemeinsam die Übermittlungskategorie geändert werden.
Markieren Sie dazu alle Fälle des Ausbruchs und
betätigen Sie den Button ‚Übermittlungskategorie des Falles ändern’ unterhalb der Liste der enthaltenen Fälle.
22.6.4 Fälle exportieren/importieren
Zur beschleunigten Erfassung größerer Ausbrüche besteht die Möglichkeit, die in einem Ausbruch enthaltenen Fälle außerhalb von SurvNet@RKI zu erfassen/bearbeiten und in die Anwendung zu importieren. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
Öffnen Sie einen Ausbruch oder legen Sie einen neuen Ausbruch mit den ihn beschreibenden Merkmalen an.
Exportieren Sie die Liste der Fälle über den Befehl
Exportieren im Register Ausbruch, Gruppe Excel der Multifunktionsleiste.
SurvNet@RKI erzeugt eine modifizierte Excel-Datei (. xlsx). Diese enthält für jede nach IfSG oder Länderverordnung meldepflichtige Krankheit ein Blatt, das mit der Kurzbezeichnung der Krankheit beschriftet ist
Jeder Fall des Ausbruchs belegt eine Zeile im Blatt seiner Übermittlungskategorie. Die Spaltenüberschriften kennzeichnen die Eingabefelder und Systemvariablen, wie sie in SurvNet@RKI angelegt sind. Neben den für alle Krankheiten gültigen, allgemeinen Informationen (aus den Technischen Informationen und den Abschnitten Zuordnung und Informationen zum Patienten/zur Patientin des Fall-Datenblattes) gibt es krankheits-spezifische Spalten zur Erfassung klinischer, labordiagnostischer und epidemiologischer Informationen. Die Bedeutung einer Spalte wird nach Klick in eines der Felder in Form einer Info-Box angezeigt.
Die Excel-Datei weist vielfältige Einschränkungen und Voreinstellungen auf, die die Eingabe erleichtern und Fehleingaben verhindern sollen: In einem Datumsfeld kann nur ein Datum eingetragen werden. Bei Auswahlfeldern werden mögliche Angaben in einer Auswahlliste angeboten. Felder, die nicht bearbeitet werden sollen, sind gesperrt.
- Senden Sie die Excel-Datei mit der Bitte um Vervollständigung der Angaben an den meldenden Arzt/das meldende Labor bzw. die meldende Einrichtung.
Nach der Überarbeitung/Ergänzung durch den meldenden Arzt/das meldende Labor wird der Inhalt der Datei in SurvNet@RKI importiert:
- Öffnen Sie dazu den fraglichen Ausbruch und betätigen Sie die Schaltfläche
Importieren im Register Ausbruch, Gruppe Excel der Multifunktionsleiste.
Nach Auswahl der zu importierenden Datei übernimmt SurvNet@RKI die fallspezifischen Informationen. Für bereits vorhandene Fälle werden neue Versionen erzeugt; Fälle, die noch nicht vorhanden waren, werden neu angelegt und mit einem Aktenzeichen versehen. Das Aktenzeichen berechnete Felder und technische Informationen werden beim Import in der Excel-Datei abgespeichert.
INFO Der Export/Import funktioniert nur, wenn Gesundheitsamt und meldende Einrichtung (Arzt, Krankenhaus, Labor) über MS-Excel 2007 oder höher verfügen.
22.7 Fälle aus einem Ausbruch entfernen
Stellt sich der epidemiologische Zusammenhang zwischen einem Fall und einem Ausbruch als nicht mehr gegeben heraus, ändert sich beispielsweise die Übermittlungskategorie eines Falles, sollte der Fall aus dem Ausbruch entfernt werden.
INFO Die direkte Verknüpfung zwischen Fall und Ausbruch kann nur vom Eigentümer des Ausbruchs (der Stelle, die den Ausbruch angelegt und den Fall hinzugefügt hat) entfernt werden. Den Eigentümer eines Ausbruchs/Datensatzes kann man den Technischen Informationen entnehmen.
Sie haben einen von ihnen angelegten und mit einem/mehreren Fällen verknüpften Ausbruch geöffnet.
Markieren Sie im Ausbruchs-Datenblatt in der Liste der direkt enthaltenen Fälle den Fall, der entfernt werden soll.
Wählen Sie unterhalb der Fall-Liste >
ausgewählte Fälle … entfernen.
alternativ:
in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch (Gruppe: Fall) >
Entfernen.
Der Fall verschwindet aus der Liste der direkt enthaltenen Fälle.
Speichern Sie den geänderten Ausbruch.
Die Angaben in der
Ausbruchsübersicht werden aktualisiert.
22.8 Verworfene Fälle in Ausbrüchen
Es kann vorkommen, dass ein Fall, der bereits übermittelt und in einen Ausbruch aufgenommen wurde, aufgrund neuer Informationen/Recherchen zurückgenommen oder gar verworfen werden muss. Die Rücknahme bzw. das Verwerfen werden an die Landesstelle/das RKI übermittelt. Ein in einen Ausbruch aufgenommener Fall wird nach dem Verwerfen immer noch in der Liste der direkt enthaltenen Fälle des Ausbruchs dargestellt, erscheint jedoch rötlich unterlegt. Er bleibt im Ausbruch so lange sichtbar, bis er vom Eigentümer des Ausbruchs daraus entfernt wurde.
INFO Unabhängig davon, ob ein verworfener Fall aus dem Ausbruch entfernt wurde oder nicht, wird er in Standardanalysen zum Ausbruch nicht mehr berücksichtigt.
22.9 Ausbruch für beendet erklären
Ein Mensch-zu-Mensch-übertragener Ausbruch gilt im epidemiologischen Sinne als beendet, wenn seit Erkrankungsbeginn der zuletzt erkrankten Person ein Zeitraum von mindestens 2 mal der maximalen Inkubationszeit verstrichen ist, ohne dass neue Fälle mit Verbindung zum Ausbruch bekannt geworden sind. Für einen Masern-Ausbruch bedeutet dies z.B., dass 42 Tage nach Erkrankungsbeginn (ersatzweise der Meldung) des letzten Falles der Ausbruch für beendet erklärt werden kann. In Verbindung mit den ggf. getroffenen Maßnahmen (s.u. Maßnahmen) ist das eine wichtige Information sowohl für die Arbeit im Gesundheitsamt als auch für die Landesstelle und das RKI.
Um einen Mensch-zu-Mensch-übertragenen Ausbruch für beendet zu erklären, gehen Sie wie folgt vor:
Öffnen Sie den Ausbruch.Betätigen Sie im Abschnitt Zusätzliche Eigenschaften die Schaltfläche

Zusätzliche Eigenschaft hinzufügen und wählen Sie die Erweiterung
< Ausbruch Status> aus.Tragen Sie das Datum des Ausbruchsendes und ggf. eine Bemerkung dazu ein.
Speichern Sie den Ausbruch.
TIPP Die maximale Dauer der Inkubationszeit können Sie der im Fall-Datenblatt hinterlegten Falldefinition entnehmen (siehe TIPP von S.43).
22.10 Ausbruchsberichte
Im Register Ausbruch der Multifunktionsleiste, Gruppe Diagramme, können Sie über die Schaltfläche
MSV/RUV-Bericht einen Ausbruchsbericht für beendete Masern- und Röteln-Ausbrüche als Word-Dokument erzeugen. In dem Bericht werden die wesentlichen Angaben aus dem Ausbruchs-Datenblatt übernommen und durch eine aggregierte Aufstellung der Fälle nach Altersgruppe und Impfstatus ergänzt. Der Bericht kann zu Dokumentationszwecken ausgedruckt, abgespeichert und als Dokumenten-Anhang in den Annotationen des Ausbruchs-Datenblattes beigefügt werden.
22.11 Markieren eines Ausbruchs als ‚abgeschlossen’
Nach Abschluss eigener Recherchen und Bewertung aller verfügbaren Informationen zu einem Ausbruch gehen Sie davon aus, dass sich in Zukunft keine neuen Sachverhalte ergeben werden. Sie wollen den Ausbruch daher als abgeschlossen kennzeichnen und für eine weitere Bearbeitung sperren.
Die Markierung wird nicht übermittelt und bietet lediglich eine Möglichkeit den Ausbruch lokal zu kennzeichnen. Abgeschlossene Ausbrüche tauchen selbstverständlich in allen Standardabfragen auf. Um einen Ausbruch als abgeschlossen zu markieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
Öffnen Sie den Ausbruch.Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Allgemein den Bearbeitungsstatus Esc+n.
Im Ausbruchs-Datenblatt erscheinen nun alle Felder ausgegraut und diese sind für weitere Einträge gesperrt.
Speichern Sie den so gekennzeichneten Ausbruch.
Der Datensatz wird jetzt als „abgeschlossen” in der lokalen Datenbank geführt. Der Ausbruch bleibt im aktiven Datenbestand und taucht nach wie vor in der Suche auf.
Wollen Sie den Ausbruch wieder bearbeiten, haben Sie die Möglichkeit die Kennzeichnung rückgängig zu machen:
- Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Allgemein den Bearbeitungsstatus < in Bearbeitung > und speichern Sie den Ausbruch.
22.12 Ausbrüche zusammenfassen
Ausbrüche, die über den Zuständigkeitsbereich eines Gesundheitsamt/einer Landesstelle hinausgehen, können nur an übergeordneter Stelle erfasst werden. Dies geschieht durch Zusammenfassen mehrerer Ausbrüche in einem gemeinsamen Ausbruch. Es entsteht dadurch ein sogenannter übergeordneter Ausbruch. Die darin enthaltenen untergeordneten Ausbrüche werden Unterausbrüche genannt. In einen übergeordneten Ausbruch können auch einzelne Fälle direkt aufgenommen werden. Die Gesamtheit der in einem übergeordneten Ausbruch enthaltenen Fälle setzt sich zusammen aus der Summe der direkt bzw. indirekt (über die untergeordneten Ausbrüche) enthaltenen Fälle.
Um eine hierarchische Beziehung zwischen Ausbrüchen herzustellen gibt es zwei Wege:
22.12.1 Vom übergeordneten Ausbruch ausgehende Zusammenfassung von Ausbrüchen
Sie haben einen Ausbruch geöffnet, dem sie einen/mehrere Ausbrüche zufügen wollen. Der Ausbruch wird dadurch zum übergeordneten Ausbruch.
- Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch (Gruppe: Einfügen)
alternativ:
im Ausbruchs-Datenblatt, Abschnitt Direkt enthaltene Ausbrüche
>
Ausbruch suchen…
es erscheint Suchen: Ausbruch
Geben Sie einen passenden Suchtext ein; beachten Sie dabei in den Suchoptionen (Suchen nach) welche Felder bei der Suche berücksichtigt werden.
Wählen Sie im Suchergebnis einen oder mehrere Ausbrüche aus.
Die ausgewählten Ausbrüche werden im Ausbruchs-Datenblatt im Abschnitt Direkt enthaltene Ausbrüche in Form einer Liste mit Aktenzeichen und Namen angezeigt.
Ergänzen Sie die ausbruchsbezogenen Daten (Infektionsumfeld; Art des Ausbruchs; Evidenz) und
Speichern Sie den übergeordneten Ausbruch.
In Abhängigkeit von den ausbruchsspezifischen Angaben und der Anzahl der Fälle in den Unterausbrüchen ändert sich nun auch die
Ausbruchsübersicht des übergeordneten Ausbruchs. In den Datenblättern der untergeordneten Ausbrüche wird der Name des übergeordneten Ausbruchs in der
Ausbruchsübersicht angezeigt.
22.12.2 Einen Ausbruch einem übergeordneten Ausbruch zuordnen
Sie haben einen Ausbruch geöffnet und möchten diesen in einen neuen (übergeordneten) Ausbruch einbauen. Der Ausbruch wird dadurch zum untergeordneten Ausbruch.
Wählen Sie in der Multifunktionsleiste im Register Ausbruch (Gruppe: Zugehörigkeit zum Ausbruch) >
Neualternativ:
In der
Ausbruchsübersicht neben Übergeordneter Ausbruch: >
Neu einen neuen übergeordneten Ausbruch erzeugen.
Es erscheint ein Datenblatt für die Eingabe des neuen, übergeordneten Ausbruchs
Der untergeordnete Ausbruch wird im Ausbruchs-Datenblatt im Abschnitt Direkt enthaltene Ausbrüche mit Aktenzeichen und Namen angezeigt.
Tragen Sie die ausbruchsbezogenen Daten (AZ; Name; Infektionsumfeld; Art des Ausbruchs; Evidenz) für den übergeordneten Ausbruch ein.
Speichern Sie den übergeordneten Ausbruch.
In Abhängigkeit von den ausbruchsspezifischen Angaben und der Anzahl der Fälle des Unterausbruchs ändert sich nun auch die
Ausbruchsübersicht des übergeordneten Ausbruchs. Am Ende der
Ausbruchsübersicht des untergeordneten Ausbruchs wird der Name des übergeordneten Ausbruchs angezeigt.
22.12.3 Hinzufügen von Fällen zu einem übergeordneten Ausbruch
Ein überregionales Ausbruchsgeschehen kann neben Unterausbrüchen auch verstreute Einzelfälle, die keinem Ausbruch zugeordnet wurden, beinhalten.
Um einem übergeordneten Ausbruch Einzelfälle zuzuordnen, gehen Sie bitte vor wie unter beschrieben. Das Vorgehen entspricht dem Ablauf zum Erfassen von Fällen in eigenständigen Ausbrüchen.
22.12.4 Ausbrüche aus einer Abfrage heraus zusammenfassen
Wie bereits oben für Fälle beschrieben, können auch Ausbrüche über eine Abfrage ausgewählt und anschließend in einen übergeordneten Ausbruch aufgenommen werden. Als Abfrage-bedingungen kommen hierbei sowohl ausbruchsspezifische Merkmale, als auch Kriterien, welche die in den Ausbrüchen enthaltenen Fälle erfüllen müssen, in Frage.
22.13 Beispiel eines lebensmittelbedingten Ausbruchs
Mit dem folgenden Beispiel sollen Felder, die zur Beschreibung eines lebensmittelbedingten Ausbruchs unter
Informationen zum Ausbruch auszufüllen sind, veranschaulicht werden.
Szenario:
In einem Kindergarten,
[Infektionsumfeld] > Betreuungseinrichtung > Kindergarten, Hort
der auch Ganztagesbetreuung anbietet, erkrankten innerhalb weniger Tage 30 von 45 Kindern mit Durchfall. Nach einer Woche traten keine Neuerkrankungen mehr auf. Bei verschiedenen der erkrankten Kinder wurde Salmonella Typhimurium nachgewiesen. Andere Fälle von S. Typhimurium im zeitlichen und räumlichen Umfeld wurden nicht bekannt.
Durch Gespräche mit den Betreuern finden Mitarbeiter des Gesundheitsamtes heraus, dass es am Tag vor den ersten Erkrankungen Teigtaschen mit auffällig nicht ganz durchgegarter Hackfleischfüllung als Mittagessen gab. Als Beilage gab es Kartoffelpüree, als Nachtisch eine Quarkspeise. Unter den Erkrankten ist kein Kind, welches nur vormittags betreut und vor dem Mittagessen abgeholt wird; 3 nichterkrankte Kinder, die an den anderen Tagen der Woche an der Verpflegung teilnahmen, haben an diesem Tag wegen anderer Erkrankungen gefehlt. Aufgrund dieser Umstände fällt ein starker Verdacht auf die Teigtaschen-Mahlzeit.
[Typ des Ausbruchs]: hauptsächlich über Lebensmittel und
[Lebensmittel]: Ja.
Beim Lieferanten des Mittagessens werden Lebensmittelrückstellproben untersucht. In den besonders verdächtigen Teigtaschen, kann aus der Füllung S. Typhimurium nachgewiesen werden. Eine Erreger-Feintypisierung (z.B. MLVA) zeigt eine Übereinstimmung zwischen dem Lebensmittelisolat und den Patientenisolaten. Die Füllung wurde mit Hackfleisch vom Schwein, Ei, Petersilie und Grieß hergestellt. In der Zutat Grieß wurden keine Salmonellen gefunden. Die frischen Zutaten standen nicht mehr zum Testen zur Verfügung. Alle Stuhluntersuchungen von Angestellten der Küche verliefen negativ für S. Typhimurium.
Bei der Eingabe der Daten unter
[verdächtigtes Lebensmittel]
beschreiben Sie im Freitextfeld das verdächtigte Lebensmittel, in diesem Fall z.B.:
„Hackfleisch-gefüllte Teigtaschen”.
Da die Teigtaschen aus verschiedenen Zutaten bestehen, die aber im Einzelnen nicht weiter getestet werden konnten, können Sie sich in diesem Fall bei der Lebensmittelkategorie des verdächtigten Lebensmittels nicht genau festlegen3F[^3].
Deshalb wählen Sie bitte die Kategorie
gemischte Lebensmittel
aus:
Epidemiologische Evidenz: Eine analytische epidemiologische Studie wurde nicht durchgeführt. Aufgrund ihres Alters konnten die betroffenen Kinder nicht selbst zu ihrem Lebensmittelverzehr befragt werden. Wegen Krankheit und wechselnder Kinderbetreuung konnte keine verlässliche Auskunft eingeholt werden, welches Kind die verdächtigte Speise verzehrt hat. Allerdings wurden die ermittelten Daten deskriptiv ausgewertet.
[Deskriptive Auswertung der ermittelten Daten].
Die Daten zum Erkrankungsbeginn der Betroffenen legen eine punktförmige Infektionsquelle nahe (kurzer Ausbruch, keine Sekundärfälle).
zeitlich: Verteilung des Erkrankungsbeginns der Fälle ist vereinbar mit
einer punktförmigen Infektionsquelle
Auch räumlich hatten die Fälle einen klaren Zusammenhang, da die erkrankten Kinder denselben Kindergarten besuchten.
räumlich: Die Mehrzahl der Fälle hielt sich im angenommenen
Infektionszeitraum am gleichen Ort auf
Die Kinder hatten untereinander Kontakt.
Person: Fälle haben einen direkten oder indirekten Kontakt gehabt
Labordiagnostische Evidenz: Es gab einen Erregernachweis aus dem verdächtigten Lebensmittel. Die Feintypisierung (MLVA) des Erregers aus den Erkrankten und aus der Hackfleischfüllung stimmte überein.
[Nachweis im verdächtigten Lebensmittel/in verdächtigter Speise]:
aus einem herstellenden Betrieb
Erreger-Feintypisierung stimmt mit der der Fälle überein
Die übrigen Felder zur Labordiagnostischen Evidenz werden in diesem Beispiel nicht ausgefüllt, da in den einzelnen Zutaten und bei Angestellten keine Salmonellen nachgewiesen werden konnten und Umweltproben nicht genommen wurden:
22.14 Ausbruchshierarchie anzeigen
Bei komplexen Ausbruchsgeschehen mit mehreren unter- und übergeordneten Ausbrüchen bietet die strukturierte Darstellung der Ausbruchshierarchie einen besseren Überblick über die Beziehung zwischen allen direkt und indirekt enthaltenen Fällen und Ausbrüchen. Um die Ausbruchshierarchie anzeigen zu lassen gehen Sie wie folgt vor:
Öffnen Sie einen der Ausbrüche.
Wählen Sie im Register Ausbruch der Multifunktionsleiste > Gruppe: Zugehörigkeit zum Ausbruch den Befehl
Hierarchie.
An Stelle der
Ausbruchsübersicht erscheint auf der linken Seite des Ausbruchs-Datenblattes die hierarchische Anordnung aller mit dem Ausbruch in Verbindung stehenden Fälle und Ausbrüche, wobei der geöffnete Ausbruch farblich hervorgehoben (grün unterlegt) ist. Laborbestätigte Fälle werden gelb markiert.
TIPP Aus der Ausbruchshierarchie heraus lassen sich die Datenblätter aller dort angezeigten Fälle und Ausbrüche durch Doppelklick direkt und ohne Umweg öffnen.
22.15 Epidemiologische Kurve der Fälle eines Ausbruchs
Die zeitliche Abfolge der Fälle eines Ausbruchs lässt sich grafisch darstellen. Wählen Sie dazu den Befehl
Epi-Curve im Ausbruch-Menü der Multifunktionsleiste.
In der Legende des resultierenden Diagramms kann ausgewählt werden, ob die im Ausbruch enthaltenen Fälle nach Meldedatum oder nach Erkrankungsdatum dargestellt werden. Für Ausbrüche, die Unterausbrüche enthalten, werden die Fälle des übergeordneten Ausbruchs farblich von Fällen der Unterausbrüche abgesetzt. Letztere können durch Abwahl der Option Indirekte Fälle anzeigen ausgeblendet werden.
TIPP Bewegt man den Cursor über einen Fall in der Epi-Curve, wird das zugehörige Aktenzeichen des Falles angezeigt. Das entsprechende Datenblatt lässt sich durch Klick auf den Fall öffnen.
22.16 Epi-Gantt-Diagramm
Um die Fälle eines Ausbruchs bzgl. der zeitlichen Abfolge von Ereignissen (Erkrankungsbeginn Hospitalisierung, Datum der Meldung/Diagnose, Aufenthalte etc.) in einer Abbildung darzustellen, wählen Sie den Befehl
Epi-Gant im Ausbruch-Menü der Multifunktionsleiste.
Für jeden Fall wird ein ‚Balken’ angezeigt, auf dem alle Ereignisse für die es Datumswerte gibt, entlang der Zeitachse kenntlich gemacht sind. Die einzelnen Datumsreihen lassen sich zur Anzeige an- und abwählen. Durch Auswahl einer der Reihen als Sortierkriterium kann die Reihenfolge der Fälle verändert werden.

TIPP 1 Durch Klick auf einen Datenpunkt im Diagramm oder auf eines der Aktenzeichen am linken Rand, lässt sich das zugehörige Fall-Datenblatt öffnen.
TIPP 2 Diagramme können als Bilddateien gespeichert oder kopiert werden. Wählen Sie dazu im Kontextmenü (nach Rechtsklick auf das Diagramm) Speichern als Datei oder Speichern in Zwischenablage.
22.17 Verwerfen eines Ausbruchs
Sie hatten einen Ausbruch angelegt, gespeichert und übermittelt. Der epidemiologische Zusammenhang der Fälle stellt sich im Laufe weiterer Recherchen als nicht mehr gegeben heraus.
Zum Entfernen des Ausbruchs aus dem aktiven Datenbestand gehen Sie wie folgt vor:
Öffnen Sie den Ausbruch.
Wechseln Sie in der Multifunktionsleiste vom Register Ausbruch in das Register Allgemein.
Wählen Sie in der Gruppe Datensatz den Bearbeitungsstatus: < verworfen >.
Im Ausbruchs-Datenblatt erscheinen die Felder inkl. ihrer Bezeichnungen ausgegraut und sind für Änderungen oder weitere Einträge gesperrt. Im Ausbruch enthaltene Fälle und Ausbrüche sind daraus entfernt. Sie verlieren damit ihre automatisch vergebene epidemiologische Bestätigung und können ggf. in einen anderen Ausbruch aufgenommen werden.
Speichern Sie den verworfenen Ausbruch.
Der geänderte Bearbeitungsstatus des Ausbruchs wird beim nächsten Datentransport übermittelt.
Ist der verworfene Ausbruch selbst Bestandteil eines übergeordneten Ausbruchs, so wird er in der Liste der direkt enthaltenen Ausbrüche des übergeordneten Ausbruchs immer noch dargestellt, erscheint dort in der Liste der direkt enthaltenen Ausbrüche jedoch besonders hervorgehoben und bleibt solange sichtbar, bis er vom Eigentümer des übergeordneten Ausbruchs daraus entfernt wurde.
INFO Unabhängig davon, ob ein verworfener Ausbruch aus dem übergeordneten Ausbruch entfernt wurde oder nicht, wird er mit seinen Fällen in Standardanalysen zum übergeordneten Ausbruch nicht mehr berücksichtigt.
22.18 Zufügen von Annotationen
Zum besseren Verständnis eines Ausbruchs und zum Austausch von Informationen bei der Bearbeitung durch mehrere Mitarbeiter im Gesundheitsamt kann es hilfreich sein, im Abschnitt Annotationen des Ausbruchs-Datenblattes Erläuterungen in Form von
Notizen,
Kommentaren,
Aufgaben und
Dokument-Anhängen beizufügen.
Mit Ausnahme von Notizen, die ausschließlich zum internen Informationsaustausch gedacht sind, können alle anderen Annotationen transportiert werden, um beispielsweise durchgeführte Maßnahmen zu erläutern oder Bemerkungen über den Verlauf weiterer Recherchen festzuhalten.
INFO Bitte beachten Sie, dass Annotationen, die übermittelt werden sollen als öffentlich markiert und so verfasst werden, dass sie keine datenschutzrelevanten Informationen enthalten.
Annotationen, die in einer Einrichtung (Gesundheitsamt, Landesstelle oder RKI) angelegt wurden, können von allen Benutzern der Einrichtung bearbeitet werden. Das Anfügen von Annotationen zu einem Ausbruch ist nicht auf den Eigentümer beschränkt, sondern kann auch durch übergeordnete Stellen erfolgen.
22.19 Protokoll
Das Protokoll ist zum internen Gebrauch gedacht und kann, im Gegensatz zu Kommentaren, Aufgaben und Dokument-Anhängen, nicht übermittelt werden. Während sich Notizen und andere Annotationen bearbeiten und löschen lassen, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, sind Einträge im Protokoll im Nachhinein nicht veränderbar. Zu jedem Eintrag werden Datum, Uhrzeit und Bearbeiter automatisch festgehalten.
Um einen Protokoll-Eintrag vorzunehmen
Schreiben Sie in das Freitextfeld am unteren Rand des Protokoll-Abschnitts und
Betätigen Sie anschließend die Schaltfläche Eintrag hinzufügen.
TIPP Nach Klick auf die Schaltfläche
Vergrößern öffnet das Protokoll in einem eigenen Fenster. Durch Doppelklick auf die Überschrift (Protokoll des Datensatzes AZ) des Fensters lässt sich das Protokoll auf Vollbild-Ansicht vergrößern.
22.20 Drucken von Ausbruchsinformationen
Die zu einem Ausbruch in der lokalen Datenbank vorhandenen Informationen lassen sich in der sog. Seitenansicht in kompakter Form darstellen und ausdrucken.
Der Ausdruck beinhaltet neben den Ausbruchsmerkmalen eine Auflistung aller (direkt und indirekt) zugehörigen Fälle unter Angabe von Erfassungsstelle, Aktenzeichen Kategorie, Landkreis, Meldejahr und -woche, Alter sowie Geschlecht. Darüber hinaus bietet er eine kurze statistische Auswertung aller enthaltenen Fälle nach Kategorie der Falldefinition, Alters- und Geschlechtsverteilung, nach Landkreis und Meldewoche (Abb.Seitenansicht Ausbruchs-Datenblatt (Ausschnitt) ).
Um das Ausbruchs-Datenblatt auszudrucken, gehen Sie wie folgt vor:
Öffnen Sie den Ausbruchs-Datensatz.
Im Startmenü wählen Sie
Drucken > Seitenansicht.
Es erscheint die Vorschau des Ausdrucks.
- Wählen Sie die Schaltfläche Drucken oder: Tastenkombination Strg+P**
zum Ausdrucken Datenblattes.